Madrid

Der Flug war gefühlt recht kurz. In den zehn Stunden habe ich drei Filme geschaut und mich bei Manchester by Sea in den Schlaf geweint. Es war echt gut, dass sie das Flugzeug nachts abdunkeln und der Fluglärm mein Schluchzen übertünchte.
Noch vor meinem Reiseantritt wurde mein Rückflug verschoben, so dass ich einen neunstündigen Aufenthalt in Spaniens Hauptstadt hatte. Mit der Metro und den heißesten Insidertipps der Touristeninformation im Schlepptau, ging es in die City. Es war ein herrlicher Tag, die Sonne schien, die Straßen waren lebendig, glückliche Touristen überall, eine schöne Stadt, die sich von ihrer besten Seite zeigte – und ich todmüde. Ich lief durch die Straßen und entschied mich dann doch für eine Busstadtrundfahrt, um so viel wie möglich zu sehen und mich so wenig wie nötig für bewegen zu müssen.
Die Technik war gegen mich und ich dürfte mir die spanische Version der Stadtführung anhören, bei der ich regelmäßig einnickte. Da ich in der ersten Reihe oben im Doppelstockbus saß, wird es ein lustiger Anblick für die Touristen hinter mir gewesen sein, wie mein Kopf wie ein Wackeldackel immer an die Scheibe wippte. Zum Glück ohne blaue Flecken :-).
Ich weiß echt nicht, warum Madrid so wenig Beachtung in Europa findet. Die Stadt ist so schön! Es gibt eine große und wunderschöne Altstadt, die mich sehr an Rom erinnert. Ein Haus ist schöner als das andere und gefühlt alle paar Meter gibt es eine Kirche oder eine Sehenswürdigkeit. Ich will auf jeden Fall mal länger hin. An diesem Tag wollte ich dann aber nur noch nach Hause. Ich bin noch ein Stück umher gelaufen und war frohen Mutes ein gutes Restaurant zu finden. Zufälliger Weise entdeckte ich ein vegetarisches, das aber kein Essen mehr anbot. Nach langer Suche gab es dann endlich leckere spanische Tapas. Mhm.

Auf dem Rückweg funktionierte mein Fahrschein nicht mehr, den mir ja ein Mitarbeiter am Flughafen verkaufte. Es war gar nicht schlimm, dass der Mann am Schalter kein Englisch verstand, denn ich hatte beim Schlange stehen schon eine nette Frau kennengelernt, die die Kommunikation für mich übernahm. Nicht nur die Stadt ist schön, auch die Menschen.
In Madrid gab es Sonne satt und drei Flugstunden später empfing mich ein kaltes Berlin und meine Lieben. Ich war taktisch sehr klug und habe meine vier Ersatzschlüssel an die richtigen Leute verteilt. Alle haben mir etwas in meine Wohnung und den Kühlschrank gestellt. Es ist sehr schön, wenn man seinen Mitternachts-Heiß-und-Jetlag-Hunger mit selbst gemachten Keksen, Salaten & Co stillen kann. Lieben Dank dafür.

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